Glasproduktion – vom Quarzsand zum Fenster

Die Glasscheiben in unseren Fenstern nehmen wir in der Regel als gegeben wahr – wie aber wird der Baustoff Glas für Fenster produziert? Glas begegnet uns als vielseitig einsetzbares Material überall in unserem Alltag; als gestalterisches Element erfüllt es nicht nur funktionelle Aufgaben, sondern schafft emotionale und ästhetische Anblicke. Hier ein kurzer Einblick in den Produktionsprozess von Glas: Fenster-Preise.net hat den Weg vom Quarzsand zum Fenster für Sie verfolgt.

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Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Glas beschränken sich nicht nur auf Fenster – das transparente Material finden wir in Fernsehscheiben, Glühbirnen oder Trinkgläsern. Doch aus welchen Rohmaterialien besteht Glas und wie wird es eigentlich produziert? Nach der Definition des Bundesverbandes Glasindustrie e.V. (BV Glas) erfolgt die Herstellung von Flachglas, das für gewöhnliche Fenster verwendet wird, in sechs Phasen:

Gemengezubereitung aus den Rohstoffen

Die meisten Rohstoffe, die zur Herstellung von Glas für Fenster benötigt werden, kommen auch in Deutschland vor. Den größten Anteil der benötigten Rohstoffe macht Quarzsand aus, dazu werden kleinere Anteile von Kalk, Soda (enthält u.a. Natriumcarbonat), Dolomit (u.a. Magnesiumoxid), Feldspat (u.a. Tonerde) und Pottasche (u.a. Kaliumoxid) gemischt. Da Glas zu 100% wiederverwertbar ist, werden bei der Glasherstellung für Fenster auch erhebliche Anteile an Altglas unter die Bestandstoffe gemischt. Das komplette Gemenge wird proportioniert, in einen Mischer gegeben und anschließend zur Glasschmelzwanne transportiert.

Aufschmelzen des Gemenges

Glasschmelze bei über 1.200°C
Traditionelle Glasschmelze bei über 1.200 °C

In dem Glasschmelzofen, der über 1.200 °C heiß ist, verbinden sich die chemischen Bestandteile der Rohstoffe. Die Bewegung im Glasofen erzeugt die homogene Glasschmelze, aus der später unsere Fenster entstehen. Während des Aufschmelzens entstehen durch die freigesetzten Gase Luftblasen, die im nächsten Schritt entfernt werden müssen.

Läuterung des Glases

Um später ein klares Fenster herzustellen, müssen die Blasen, die sich beim Aufschmelzen gebildet haben, entfernt werden. Dieser Vorgang wird Läuterung genannt. Um die störenden Blasen zu entfernen, wird die Temperatur im Glasofen nochmals erhöht, so dass sich die Blasen ausdehnen und aufsteigen können um die Schmelze verlassen. Die hohe Zähigkeit der Glasmasse sorgt dafür, dass die Läuterung nur sehr allmählich geschieht. Deshalb werden oft Läutermittel hinzugegeben, die die Aufstiegsgeschwindigkeit der Blasen erhöhen.

Formgebung

Nach der Läuterung wird die Glasmasse in ein Abstehbecken umgeleitet um auf die benötigte Temperatur für die Formgebung abzukühlen. Je nach dem gewünschten Endprodukt wird das Glas dann unterschiedlich geformt. Die Formgebung für Fenster geschieht im Floatverfahren, bei dem die flüssige, etwas abgekühlte Glasmasse gewalzt und gezogen wird.

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Kühlung und Qualitätskontrolle

Um Dehnungsunterschiede der Rohmasse zu vermeiden, lässt man das Glas langsam abkühlen. Die Abkühlungszeit richtet sich je nach Glasart und Dicke. Das definierte Abkühlen beginnt bei Temperaturen um 500 °C in Kühlöfen und wird von Spannungsprüfern überwacht. Diese steuern das schrittweise Abkühlen bis die richtige Spannung und Temperatur des Glases erreicht ist. Bei der anschließenden Qualitätskontrolle werden eventuell auftretende Abweichungen im Glas gefunden und fehlerhafte Produkte sofort wieder eingeschmolzen.

Oberflächenveredelung

Bei der Veredelung der Oberfläche kann das Glas durch verschiedene Techniken besprüht, bedruckt, mattiert oder etikettiert werden. Bei der Glasherstellung für Fenster werden feinste Metallbeschichtungen aufgebracht. Die für Infrarotlicht undurchlässige Beschichtung sorgt dafür, dass die Wärmestrahlung der Fenster reflektiert wird und sich dadurch Innenräume im Sommer weniger aufheizen bzw. Wärmeverluste im Winter reduziert werden. Nach einer letzten Qualitätskontrolle werden die fertigen Glasscheiben verpackt, verlassen das Werk und werden später zu den uns bekannten Fenstern weiterverarbeitet.

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