Fenster und Einbruchsicherheit

Es geht so schnell: Schraubenzieher ansetzen, einmal kräftig dagegen schlagen und offen ist das alte Holzfenster. Kein Problem für einen routinierten Einbrecher. Doch so muss es nicht sein. Die Gefahr lässt sich mit einfachen Mitteln minimieren – und die Wahl des richtigen einbruchsicheren Fensters spielt hier eine große Rolle. Fenster-Preise.net sagt Ihnen, auf was Sie dabei achten sollten.

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Wann ist ein Fenster sicher?

Sicherheit ist nicht zuletzt eine Funktion der Zeit – mit dem richtigen Werkzeug und ohne Störung kommt jeder Dieb fast überall hin. Das braucht uns Nicht-Kriminelle aber nicht nervös zu machen. Denn je länger der Kriminelle braucht, um beispielsweise die Wegfahrsperre Ihres Wagens zu überbrücken, um Ihr Fahrradschloss zu knacken oder in Ihr Haus einzudringen, desto eher kann er enteckt werden – und das weiß er. Je länger der Einbrecher also von Ihren Fenstern aufgehalten wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Einbruchsversuch aufgibt, weil ihm das Risiko der Entdeckung zu hoch wird.

Gelegenheitstäter mit Werkzeug
Wahrscheinlich wäre er ohne Werkzeug schneller ...

Die Beratungsstellen der Polizei empfehlen deshalb, bei einem Neueinbau von Fenstern nur zertifizierte Fenster in Betracht zu ziehen, die dem Versuch gewaltsamen Eindringens genügend Widerstand entgegensetzen, um den potenziellen Einbrecher zu entmutigen – frei nach der Devise „einbruchhemmende Fenster sind einbruchsichere Fenster“. Prüfstellen testen die Einbruchhemmung der Fenster nach DIN ENV 1627 – 1630. Diese unterteilt die Testobjekte in sechs unterschiedliche Widerstandsklassen – geprüft wird dabei, wie lange ein möglicher Einbrecher braucht, mit unterschiedlichem Werkzeug das Fenster zu überwinden.

Widerstandsklassen der Fenstersicherheit

Die Polizei rät, ein Fenster mit mindestens der Widerstandsklasse 2 zu wählen. Hier benötigt ein ungeübter Einbrecher, der ein einfaches Werkzeug wie Schraubenzieher oder Zange zur Verfügung hat, immerhin drei bis fünf Minuten, um hindurch zu gelangen.

Ob wenigstens dieser Einbruch gelingt?
Keine Sorge - das hier gelingt in der Regel nur im Film oder im Cartoon.

Wer aber ganz sicher gehen möchte, greift schon eher zu einem Fenster der Widerstandsklasse 6. Widerstandsklasse 6, das bedeutet: Ein solches Fenster hält auch einem erfahrenen Einbrecher 20 bis 50 Minuten stand. Und – er braucht nun schon leistungsfähiges Elektrowerkzeug oder über 70 (!) Axtschläge, um das Hindernis zu überwinden.

Dabei ist es ganz gleichgültig, ob es sich um Holz-, Kunststoff- oder Aluminiumfenster handelt. Wichtig sind die Gesamtkonstruktion, gut aufeinander abgestimmte Beschläge und ein fachgerechter Einbau.

Widerstandsklassen – ein Überblick

Auch die folgende Tabelle zur Sicherheit von Fenstern (und übrigens auch Türen) folgt den Definitionen der ENV 1627 – 1630.

Update: Seit 1.12.2011 werden die Widerstandsklassen im europäischen Rahmen als RC (Resistance Class) bezeichnet. Die Klassen sind im Wesentlichen die gleichen, wurden aber leicht erweitert (s.a. Verglasungen: Sicherheit).

Fenster-Sicherheit: Widerstandsklassen nach ENV 1628
Widerstands­klasseAufwand des Täters
Wk IDer gezielten Tat hat diese geringe Widerstandsklasse kaum etwas entgegen zu setzen – nur einfachem Treten oder Springen (Vandalismus) widersteht ein Fenster oder eine Tür dieser Widerstandsklasse.
Wk IISchon rund 3 bis 5 Minuten braucht der ungeübte Einbrecher (im Polizeijargon – der Gelegenheitstäter), dem zudem noch ein einfaches Werkzeug zur Verfügung steht, um ein solches Fenster zu überwinden.
Wk IIIHier ist schon etwas mehr Tatgewohnheit vonnöten. Der Einbrecher hat sich ein zweites Werkzeug mitgebracht – und braucht nun schon 5 bis 10 Minuten für sein verderbliches Tun.
Wk IVHier haben wir es mit echtem Vorsatz zu tun: Ein erfahrener Täter hat sich verschiedene Werkzeuge von Säge und Hammer bis hin zum Akkuschrauber in die Werkzeugtasche gesteckt. Aber auch er braucht immerhin 10 Minuten bis zu einer Viertelstunde, um durch das Fenster zu kommen.
Wk VEinfache Bohrmaschinen, Stichsägen und kleine Winkelschleifer führt dieser manuell geschickte Einbrecher mit sich – und doch kann ein Fenster dieser Widerstandsklasse ihm eine Viertelstunde bis zu 20 Minuten trotzen.
Wk VIMan fragt sich, was hinter diesem Fenster zu holen ist: Wofür nimmt ein Einbrecherprofi sich 20 bis 30 Minuten Zeit, um ein solches Fenster mit besonders leistungsfähigen Elektrowerkzeugen zu malträtieren, bis es ihm nachgibt? Wenn Sie nicht gerade in Juwelen baden, dürfen Sie sich hinter einem solchen Fenster in der Regel sicher fühlen.


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Lage des Hauses

Auch die Lage des Hauses ist für die Wahl der erforderlichen Widerstandsklasse Ihrer Fenster von Bedeutung. Ist das Fenster von der stark frequentierten Straße aus gut einsehbar, ist natürlich nur eine niedrigere Widerstandsklasse vonnöten. Das Fenster, das dem dunklen Garten zugewandt liegt, sollten Sie schon mit erhöhter Aufmerksamkeit betrachten. Vielleicht ist auch der Einbau einer Alarmanlage oder von Überwachungskameras zu empfehlen. Wer unsicher ist, kann sich bei den Beratungsstellen der Polizei Hilfe holen. Unter http://www.polizei-beratung.de/ können Sie nach einer Polizeiberatungsstelle in Ihrer Nähe suchen.

Vom Boden aus unerreichbare Kameras verfolgen das Geschehen
Auch eine Form von Einbruchssicherung

Zur Einbruchsicherheit wird dort versichert, dass weitergehende mechanische Sicherungen unnötig werden, sobald zertifizierte Fenster eingebaut wurden. Doch nicht jeder kann und will sein Haus komplett umrüsten. Nachträglich eingebaute Sicherheitsbeschläge und abschließbare Fenstergriffe bieten in solchen Fällen eine bedenkenswerte Alternative.

Posted in Fenster: Sicherheit

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